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Lieber Daddy-Long-Legs von Jean Webster

 

Für das Buch, Lieber Daddy-Long-Legs, führe ich die Rubriken meines Blogs, also Friday Classics und Rezension zusammen.

Manchmal ist es für mich gar nicht so einfach eine Rezension zu schreiben. Bei Lieber Daddy-Long-Legs ist das auch der Fall. Aber das liegt nicht daran, weil mir das Buch nicht gefallen hat, nein, ganz im Gegenteil,  das Lesen von Lieber Daddy-Long-Legs hat mir so viel Freude bereitet, dass es schwierig ist, die passende Worte zu finden, um dem Buch gerecht zu werden.

ISBN: 978-3-551-56044-5

Preis: 18,99

Format: Hardcover

Reihe: Diologie, die Fortsetzung ist aus einer anderen Perspektive

Erscheinungstag: erstmalig 1912, bei Königskinder 29.09.17

Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

Verlag: Carlsen/Königskinder

Genre: Klassiker

Rezensionsexemplar: Nein

Wo kann ich es kaufen: Amazon, Thalia, Hugendubel

 

 

Klappentext:

Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie „Mr Smith“, denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton.
Weil es ja ein auch ein Friday Classic ist, gibt es ein paar Hintergrundinformationen…
Autorin:
Jean Webster (1876-1916)
Andere berühmte Werke von ihr: Lieber Feind
ertsmals veröffentlicht: 1912
Wichtige Charaktere:
Mr Smith oder auch Daddy-Long-Legs genannt: ein Treuhänder, der Judy ihr Studium finanziert. Als Gegenleistung fordert er nur von ihr, dass sie ihm Briefe über ihre Collegezeit schreibt. Er möchte anonym bleiben und gibt Judy einen falschen Namen, mit dem sie ihn Anreden soll. Judy nennt ihn Daddy-Long-Leg, weil sie im Waisenhaus einen kurzen Blick auf ihn erhaschen konnte und ihr besonders seine große Gestalt und die langen Beine aufgefallen sind. Die langen Beine erinnert  sie an eine Spinne, die in Amerika als Daddy Longlegs bezeichnet wird. Er hat ihr angekündigt Judys Briefe nicht zu beantworten und trotz alle dem fühlt Judy eine enge Verbundenheit zu ihm.
Jerusha später Judy Abbott: Hauptfigur der Geschichte. Sie ist ein Waisenkind und ihr wird die Ehre zu teil das College zu besuchen. Sie ist sehr wissebgierig, sprüht vor Lebensfreude und trägt ihr Herz am rechten Fleck. Dennoch spricht sie auch häufig davon einsam zu sein. Sie wünscht sich auch eine Familie und auch wenn Mr Smith ihr nicht antwortet, kommt er doch einer Familie für sie am nächsten. 
Meinung:
Es war ein ganz anderes Lesegefühl,  die Geschichte von Jerusha (später Judy) Abbott in Briefform zu erleben. Zur Erklärung Judy ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und wird von einem unbekannten wohlhabenden Mann ausgewählt, der ihr das College bezahlt. Im Gegenzug soll sie ihm in regelmäßigen Abständen, Briefe über die Fortschritte ihres Studiums, schreiben. Sie weiß fast gar nichts von ihm, weder seinen richtigen Namen noch wie er aussieht. Nur einmal hat sie einen Blick auf ihn erhascht und gesehen, dass er ein ziemlich hochgewachsener dünner Mann mit langen Beinen ist, seitdem spricht sie ihn in ihren Briefen mit Lieber Daddy Long Legs an. Erst war ich etwas skeptisch gegenüber den Briefen, weil ich so die Geschehnisse zusammen mit der Protagonistin nicht hautnah miterleben kann, aber als ich die ersten Briefe von Judy gelesen hatte, die so viel Lebensfreude versprühten, ab da war mir klar, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist.

Die Menschen im Allgemeinen haben häufig verlernt sich über Kleinigkeiten zu erfreuen und sind in ihrem Alltag abgestumpft. Judy dagegen ist dankbar und glücklich für alles was sie erleben darf. Sie beschreibt ihr Leben auf dem College, was sie lernt und erlebt. Sie möchte unbedingt Schriftstellerin werden. Dabei kommt sie mir für ihr Alter noch recht kindisch vor, aber genau das macht den Charme von Judy  aus. Mit kindlicher Neugier saugt sie alles in ihrer Umgebung auf, erfreut sich über Alltägliches, dass andere für Selbstverständlich halten und hat dabei aber keine Scheu gegenüber anderen ihre Meinung mitzuteilen. Sie stellt sich nie in Frage und hat eine gute Portion Selbstbewusstsein, obwohl sie in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. Ihre moralischen Werte sind für sie unumstößlich und das hat mir gut gefallen. So lässt sie sich nicht verbiegen.  Ihr ist immer bewusst, dass sie wesentlich weniger besitzt, als die andere Mädchen, die mit ihr studieren und deswegen ist sie nicht neidisch, sondern sogar dankbar, weil ihr klar ist, dass sie so alles besser zu schätzen weiß. Das einzige, das sie sich wirklich wünscht ist eine Familie …

Die bezaubernde Art von  Judy  ermöglicht ihr ein Happy End von dem sie schon immer geträumt hat.

Die Geschichte wurde um 1912 veröffentlicht und spielt auch in dieser Zeit. Es war besonders interessant zu sehen, wie die Menschen damals gelebt haben und wie das Studium damals für eine junge Frau am College war. Schön, war auch, dass sie so viele klassische Bücher genannt hat, deren Veröffentlichung zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so weit zurücklagen. Das war beinahe wie eine kleine Zeitreise. Ihre Begeisterung für die Bücher war ansteckend. 

 

Fünf Blumen für eine wirkliche bezaubernde Geschichte über eine junge Frau mit einer sehr starken Persönlichkeiten.

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