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Lieber Feind von Jean Webster

 

Die Bücher aus dem Verlag Königskinder sind wahr Schätze. Nicht nur die Gestaltung der Bücher ist wundervoll, sondern auch die Auswahl der Geschichten, die der Verlag getroffen hat. Die Fortsetzung von Lieber Daddy-Long-Legs ist ein Buch, dass mich genauso verzaubert hat wie sein Vorgänger. Es handelt sich hierbei auch um einen Klassiker. Deswegen führe ich die Rubriken Friday Classics und Rezension wieder zusammen.

ISBN: 978-3-551-56045-2

Preis: 18,99

Autorin: Jean Webster

Format: Hardcover

Reihe: Diologie, aus  zwei verschiedenen Perspektiven

Erscheinungstag: 21.03.2018

Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

Verlag: Carlsen

Genre: Klassiker

Rezensionsexemplar: Nein

Wo kann ich es kaufen: Amazon, Thalia, Hugendubel

 

 

Klappentext:

Ein Waisenhaus leiten? Sally McBride erklärt ihre beste Freundin Judy für komplett verrückt, als diese ihr die Leitung des John-Grier-Heims übertragen will. Hätte ihr Verlobter nicht schallend gelacht und damit ihren Ehrgeiz geweckt, Sally hätte niemals eingewilligt.

Plötzlich einhundert Kinder zu haben, ist keine leichte Aufgabe! Und die Zustände im Heim sind haarsträubend. Mit Verve geht Sally an die Arbeit, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch dabei macht sie sich nicht nur Freunde. Ihr liebster Feind allerdings ist und bleibt der betreuende Kinderarzt Dr. Robin MacRae.

Mit „Lieber Feind“ knüpft Jean Webster an „Lieber Daddy-Long-Legs“ an. Im Unterschied zu den Briefen von Judy an Daddy-Long-Legs, schreibt Sally an mehrere Adressaten, auch an Judy, so dass wir so auch erfahren, wie deren Geschichte weitergeht. Geistreich, anrührend und voller Charme, sollte man sich auch diesen wunderbaren Briefroman nicht entgehen lassen!

 

 

 

 

Weil es ja ein auch ein Friday Classic ist, gibt es ein paar Hintergrundinformationen…

Autorin:
Jean Webster (1876-1916)
Andere berühmte Werke von ihr: Lieber Daddy-Long-Legs
ertsmals veröffentlicht: 1915 (Ein Jahr später starb die Autroin bei der Geburt ihrer Tochter)
wichtige Charaktere
Sallie McBride: Sie ist die Hauptfigur der Geschichte. In Daddy-Long-Legs war sie eine Kommilitonin von Judy und die beiden freundeten sich an. Sie übernimmt die Leitung des John-Grier-Heims.  Im Gegensatz zu Judy ist Sallie in einer gut situierten Familie geboren. Sie ist sehr aufgeweckt, selbstbewusst und hat eine gute Einstellung zur Kindererziehung
Dr. Robin MacRae: Wird von Sallie auch oft mit Lieber Feind betitelt. Er ist Arzt und betreut die Kinder im Waisenhaus. Sallie missfällt seine miesepetrige Laune, die von einem Schicksalsschlag in seiner Vergangeheit herrührt von dem Sallie nichts weiß.
Gordon: Ein Politiker, der ein Auge auf Sallie geworfen hat.
Judy: Ist auch wieder von der Partie und als Leser erfährt man wie es Judy in ihrem weiteren Leben ergangen ist.
Meinung:
Nachdem mich der Teil eins, Lieber Daddy-Long-Legs, so begeistert hatte, musste ich natürlich auch zur Fortsetzung greifen. Lieber Feind ist etwas anders, als sein Vorgänger. In dieser Geschichte ist nicht mehr das Waisenkind Judy die Protagonistin, sondern ihre gute Freundin Sallie, die die Leitung des John-Grier-Heims, dem ehemaligen Zuhause von Judy übernimmt. Natürlich ist dieses Buch auch wieder ein reiner Briefroman, aber diesmal gibt es nicht nur einen, sondern mehrere Adressaten.
Sallie ist eine absolute Powerfrau. Eine starke Protagonistin, die kein Blatt vor dem Mund nimmt und frischen Wind in das Heim bringt.  Also ein absolut toller Charakter, den ich genau wie Judys, schnell in mein Herz schloss. Sallies enthusiastische Art hat mich sofort mitgerissen. Sie zeigt keine Scheu vor harter Arbeit und modernisiert Stück für Stück das Waisenhaus. 
Es war für mich wirklich wunderbar, mitzuerleben wie sie neue Ideen entwickelte, um das Leben der Kinder so angenehm wie möglich zu machen. Dabei ist sehr selbstreflektierend und hat eine sehr moderne Einstellung zur Kindererziehung. 
Schön war es auch die kleinen Anektoden aus ihrem Alltag mit den Kindern zu lesen. Die Streiche, die die Kinder sich haben einfallen lassen, haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. So, wie auch im Teil eins, gibt es in den Briefen wieder kleine Illustrationen, die die Erlebnisse von Sallie unterstreichen.
Das Buch setzt sich aber auch mit den negativen Seiten rund um ein Heim auseinander. Viele Erfahrungen, die Sallie gemacht hat, haben mich schockiert. Die Verzweiflung, die Sallie dann verspürt hatte, hat die Autorin sehr authentisch dargestellt. Ich konnte gar nicht anders, als mit Sallie mitzufühlen, aber glücklicherweise musste sie das nie bewältigen. Sie hatte immer Unterstützung von Freunden, Mitarbeitern und natürlich dem Kinderarzt, den sie gerne mit Lieber Feind anredete.  
Es gab im zweiten Teil auch ein Wiedersehen mit Judy, der Protagonistin aus Teil eins und es war schön zu erfahren wie es Judy ergangen ist.
Abschließend ist zu sagen, dass es mir wieder unglaublich viel Spaß gemacht hat, ein Buch von Jean Webster zu lesen. Sie verseht sich wirklich gut darin, Emotionen auf Leser zu übertragen. Dennoch hat mir Teil 1 ein klein wenig besser gefallen. Trotzdem reicht es für 5 Blumen!

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